Die Gemeinde Hohenfels blickt nach dem nun offiziell vollzogenen Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung optimistisch in die Zukunft.
Von einer grundlegenden Änderung und Verbesserung beziehungsweise Modernisierung der Hohenfelser Wasserversorgung sprach Bürgermeister Hans Veit, als die Fünf-Dörfer-Gemeinde am Samstag offiziell als 180. Mitglied in den Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (BWV) aufgenommen wurde. Der Technische Geschäftsführer der BWV, Hans Mehlhorn, dankte der Gemeinde Hohenfels für die hervorragende Zusammenarbeit beim Umbau und bei der Modernisierung der technischen Anlagen. Die Maßnahmen haben insgesamt immerhin 1,2 Millionen Euro gekostet, wovon das Land 80 Prozent übernommen hat.
Was dafür geleistet wurde sowie die Entwicklungsgeschichte des BWV-Beitritts erläuterten Bürgermeister Veit und Eike Reckmann vom planenden Ingenieurbüro in der Hohenfelshalle in Liggersdorf, wo sich alle am großen Werk Beteiligten zu einer Feierstunde versammelt hatten. Offizieller Anlass war die Inbetriebnahme der neuen, modernen, mit Fernwirktechnik ausgestatteten Pumpstation neben dem alten Pumpenhaus Brühl, zwischen Liggersdorf und Mindersdorf. Wie Bürgermeister Veit mitteilte, findet im Sommer für die Bevölkerung noch ein eigenes „Wasserfest“ statt.
Unter den Teilnehmern an der Feierstunde sah man neben dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Reuther auch die Bürgermeister aus Stockach, Mühlingen und Orsingen-Nenzingen, den Gemeinderat von Hohenfels, den Kaufmännischen Geschäftsführer der BWV, Michael Stäbler, sowie weitere Vertreter der BWV und der beteiligten Firmen.
Die Fernwasserversorgung, so zeigte sich Hans Mehlhorn von der BWV überzeugt, wird im Hinblick auf die Klimaveränderung von immer größerer Bedeutung werden. Doch könne man am See und damit auch in Hohenfels den klimatischen Veränderungen mit Gelassenheit entgegensehen. Der BWV-Geschäftsführer betonte, dass die Wasserversorgung, im Gegensatz beispielsweise zur Stromversorgung, in kommunale Hände gehöre. In diesem Zusammenhang räumte er auch ein, beim zurückliegenden Cross-border-leasing-Geschäft einen Fehler gemacht zu haben, aus dem die BWV jedoch gelernt habe: „Wir sind etwas vorsichtiger geworden.“
Abschließend mahnte Mehlhorn zum sorgsamen Umgang mit dem See und erteilte in diesem Zusammenhang Erdgasbohrungen mit Hilfe der „Fracking“-Methode eine strikte Absage. „So was gehört nicht an den Bodensee!“
Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Reuther wies darauf hin, dass die Entscheidung für den Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung in Hohenfels nicht autokratisch, sondern auf demokratischem Weg in einer Bürgerversammlung gefallen sei. Nun sei die Gemeinde hervorragend für die Zukunft aufgestellt. Bürgermeister Rainer Stolz aus Stockach nannte namens der Verwaltungsgemeinschaft den Anschluss an die BWV einen vernünftigen Schritt. In Hohenfels habe man immer schon weitsichtig gedacht. Manche Aufgaben seien zu groß für eine Gemeinde, da sei die Unterstützung durch einen so leistungsstarken Partner wie die BWV sehr sinnvoll. Nach der Feierstunde besuchten die Teilnehmer die Stationen der Wasserversorgung im Gemeindegebiet.
Hagnau / clp
Mehr als 50 Zuhörer sind am Dienstag in den Reinhardt-Sebastian-Zimmermann-Saal gekommen, um sich über die geplanten Verbesserungen des Ufers im Bereich der Meersburger Straße zu informieren. 2010 war dort eine etwa 200 Meter lange Hinter- und Unterspülung der Ufermauer sichtbar geworden. Mit einem Provisorium konnte die Mauer stabilisiert werden, doch da die Mauer erhebliche Mängel aufweist und nicht mehr standsicher ist, muss eine bessere Lösung her.
„Alle reden von Bürgerbeteiligung. Und unser Ziel ist es, eine dauerhafte Uferverbesserung der Bürgerschaft frühzeitig vorzustellen“, sagte Bürgermeister Simon Blümcke. Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg, dem Ingenieurbüro Reckmann aus Owingen sowie dem Landschaftsarchitekten René Fregin aus Herdwangen wurde die Neuplanung erarbeitet. Handeln sei hier dringend geboten. Durch die Umgestaltung gewinne das Gebiet an Attraktivität. Wirtschaftlich sei es nicht mehr sinnvoll, die Mauer zu sanieren, zumal diese kein Fundament mehr habe. „Wir wollen ökologisch und funktional renaturieren, die Möglichkeiten sind da“, erläuterte Eike Reckmann.
Mit einer Gras- und Kiesböschung sowie Sitzstufen soll die Sichtbarkeit des Bodensees erhalten bleiben. Die alte Planung von 2001 ging weiter in den See hinein, die neue bleibt weiter zurück. Das gesamte Gebiet soll ab Ende des Kinderspielplatzes ökologisch, gestalterisch und funktional aufgewertet werden. Durch weniger Schüttung werde die Böschung steiler, wodurch sich dort keine Dauergäste niederlassen können. „Wir wollen kein zweites Strandbad an der Stelle“, betonte Simon Blümcke. Die Kosten für die Ufer-Neugestaltung belaufen sich auf rund 300 000 Euro, wovon die Gemeinde Hagnau rund ein Drittel schultern muss.
Blümcke versicherte, dass es der Gemeinde wichtig sei, die Anwohner mit einzubeziehen. Zahlreiche Fragen aus der Bürgerschaft zeigten, dass sich die Hagnauer mit der Problematik auseinandersetzen. Von einem Zugewinn und einem Nutzen für die Gemeinde sprach Horst Müller, der die Planungen durchweg positiv sah. Die geplante Kiesaufschüttung warf weitere Fragen auf. Für ältere Menschen sei Kies schwierig zu begehen. Denkbar wären Gummimatten, die über die Kiesschicht aufgebracht werden. Erwünscht wurde auch weiterhin der schnelle Zugang zum See sowie eine Einstiegshilfe. Blümcke versprach, diese Wünsche in die weiteren Planungen aufzunehmen.
Während die Renaturierung zum großen Teil für gut befunden wurde, kamen weitere Fragen zum Hochwasserschutz auf, wo die Meinungen weit auseinander gingen. Die wohl wichtigsten Fragen des Abends waren der Beginn und die Dauer der geplanten Maßnahme. Klaus Kersting vom Regierunspräsidium Tübingen, stellvertretender Referatsleiter aus Ravensburg, versicherte, dass eine Renaturierung in dem Ausmaße allerhöchstens drei Monate dauern wird, je nach Wetterlage. Sobald die Genehmigung erteilt und die Ausschreibung erfolgt ist, steht dem Beginn der Arbeiten im Januar 2013 nichts mehr im Wege.
aus: Schwäbische Zeitung, 16.11.2011, Julia Freyda
Kreisübergreifend: Kommunen rüsten sich für die Zukunft
Ostrach. Unter den Gründungsvertrag des Abwasserzweckverbands Ostrachtal haben am Dienstagabend im Ostracher Rathaus die Bürgermeister von sieben Gemeinden ihren Stempel gesetzt. Somit werden Königseggwald, Hoßkirch, Riedhausen, Guggenhausen, Unterwaldhausen und Fleischwangen ihre eigenen Kläranlagen aufgeben und ihr Abwasser an die Gemeinde Ostrach abgeben sobald die Infrastruktur dafür geschaffen wurde. In einigen der sechs Gemeinden aus dem Landkreis Ravensburg wurde diese Kooperation durchaus heftig diskutiert.
Anlass für die Kooperation waren anstehende Erneuerungs- und Erweiterungsmaßnahmen der Kläranlagen in einzelnen Gemeinden. Ein Strukturgutachten hatte verschiedene Lösungen analysiert. „Aus betriebswirtschaftlicher und wasserwirtschaftlicher Sicht stellt die Zusammenlegung der Kläranlagen im Ostrachtal zu einer zentralen Kläranlage in Einhart langfristig die beste Lösung dar“, zitiert Ostrachs Bürgermeister Christoph Schulz das Ergebnis des Gutachtens.
Vorgesehen ist, dass die Kommunen ihre eigenen Kläranlagen aufgeben und die Anlage in Einhart deutlich ausgebaut wird. Von derzeit 5800 Einwohnerwerten wird die neue Anlage auf 16 400 vergrößert. Der Bau der Kläranlage, die Umbaumaßnahmen an einzelnen Pumpwerken und der Ausbau des Leitungsnetzes werden rund 9,2 Millionen Euro kosten. „Wir haben einen Förderantrag gestellt und sind vorsichtig optimistisch, dass es klappt“, sagte Schulz. Denn das Land befürworte solch eine Zusammenarbeit von Kommunen. Im April rechnet er mit einem Zuschussbescheid, damit möglichst noch 2012 der Kläranlagenumbau beginnen kann.
Ostrachs Ortsbaumeister Wilfried Brotzer rechnet mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren. Außerdem müssen zusätzliche Druckleitungen gelegt werden. Im Zuge dieser Arbeiten wird der Ostracher Ortsteil Laubbach erstmals auch an das Kanalnetz angeschlossen. Das Abwasser der Mitgliedsgemeinden wird dann durch rund 20 Kilometer Druckleitungen bis nach Einhart gepumpt, wo es zentral gereinigt und in die Ostrach geleitet wird.
„Wir waren der Sache gegenüber sofort aufgeschlossen, da auch bei uns die Sanierung der Kläranlage bevorstand und sich die Zusammenarbeit für die Bürger positiv auf die Abwassergebühr auswirken wird“, sagte Klaus Wlochowitz, Bürgermeister von Hoßkirch. Roland Fuchs, Bürgermeister von Königseggwald und Fleischwangen, ergänzte, dass mit einer großen Kläranlage die Betriebssicherheit besser gewährleistet sei.
Gunst der Stunde nutzen
„In Riedhausen haben wir eine funktionierende Kläranlage und keinen Handlungsbedarf“, sagte Bürgermeister Ekkehard Stettner. Dennoch habe die Gemeinde mit Blick in die Zukunft die Gunst der Stunde genutzt. „Es war umstritten, eine kommunale Einrichtung aufzugeben und durch die anstehenden Investitionen mussten wir die Abwassergebühr erheblich erhöhen“, so Stettner. Aber laut einer betriebswirtschaftlichen Analyse werde sich die Investition vielleicht schon in fünf Jahren amortisieren.
Erich Köberle hatte in Guggenhausen Schwierigkeiten, Akzeptanz für das Vorhaben zu erreichen. „Aber rein aus der Vernunft heraus, haben es dann alle eingesehen. Eine größere Reparatur an unserer Anlage wäre für Guggenhausen mit seinen 200 Einwohnern schon eine Existenzbedrohung“, sagte Köberle.
Unterwaldhausen hat sich mit der Entscheidung für die Kooperation ebenfalls schwer getan. „Wir haben unsere Anlage vor etwa sechs Jahren grundlegend saniert und sie läuft gut. Aber schließlich hat die Vernunft gesiegt“, berichtete Bürgermeister Josef Schill.
Salem (as) Der Gemeinderat hat grünes Licht für die Ausschreibung der Bauarbeiten für den Ausbau der Ringstraße und der Leustetter Straße in Beuren gegeben. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Ortskernsanierung. Sie wird mit Mitteln aus dem Landessanierungsprogramm gefördert und mit 60 Prozent bezuschusst.
Mit den geplanten Maßnahmen soll insbesondere die Aufenthalts- und Wohnqualität in der Beurener Ortsmitte aufgewertet werden. Mit der kürzlich erfolgten Aussiedlung der Firma E.W. Meschenmoser Fußbodentechnik von der Ringstraße in das Beurener Gewerbegebiet Weiherberg wurde eine wesentliche Voraussetzung für die Neugestaltung der Ortsmitte geschaffen.
Nachdem Mitte September die vom Ingenieurbüro Reckmann entwickelten Planungen dem Gemeinderat vorgelegt worden waren, wurden sie Ende September auch den betroffenen Anliegern vorgestellt. „Das Konzept hat großen Anklang und ungeteilte Zustimmung gefunden“, berichtete Bauamtsleiter Manfred Meschenmoser jetzt dem Gemeinderat und fügte hinzu: „Ja, die Anwohner freuen sich darauf, dass ihre Straße ein neues, schönes Gesicht bekommt.“
In einem ersten Bauabschnitt wird die Ringstraße vom Gasthof Adler bis zur Leustetter Straße und die Leustetter Straße bis zum Ortsausgang ausgebaut und dörflich ausgestaltet. Gleichzeitig werden die Wasserleitung sowie die Abwasserkanäle erneuert. Dafür sind insgesamt rund 700 000 Euro veranschlagt. Die Kosten für die Erneuerung der Wasserversorgung und der Abwasserkanäle werden allerdings nicht durch das Landessanierungsprogramm bezuschusst, sondern lediglich die Straßenbauarbeiten. Diese belaufen sich auf etwa 430 000 Euro. Die Arbeiten sollen nun ausgeschrieben werden, sodass im Frühjahr 2012 damit begonnen werden kann. Vorbehaltlich der Erhöhung des Sanierungsrahmens durch das Regierungspräsidium Tübingen soll im Jahr 2013 der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Dieser umfasst den Ausbau der Ringstraße von der Leustetter Straße bis zur Schwedenstraße und den Rathausweg. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt sind mit rund 480 000 Euro veranschlagt.
Bereits im kommenden Monat sollen die ehemaligen Betriebsgebäude der Firma Meschenmoser abgerissen werden. Die Gemeinde hat dieses Gelände erworben und die Eigentümer mit dem Restwert der Gebäude entschädigt. Die Abbrucharbeiten vergab der Gemeinderat an die Salemer Firma Kamuf. Mit 78 540 Euro war sie günstigste Bieterin. Mit den Abbrucharbeiten soll Mitte November begonnen werden. Bis zu den Weihnachtsfeiertagen sollen sie vollständig abgeschlossen sein.
Mühlingen-Zoznegg (ich) Der Gemeinderat der Gemeinde Mühlingen hat in seiner jüngsten Sitzung die Beschlüsse über den Bebauungsplan und die Erschließung des Neuen Baugebietes „Auf der Höhe“ in Mainwangen beschlossen. Hiermit kann der Bebauungsplan nun in Kraft treten. Andreas Broß vom Ingenieurbüro Reckmann erläuterte anhand zahlreicher Pläne einige wichtige Details, die für eine eventuelle spätere Erweiterung bereits in die Planung mit einbezogen werden sollten. Die Straßenführung ist so geplant, dass sie bei einer Gebietserweiterung sinnvoll bleibt. Der mit teilweise etwas mehr als vier Metern tief gelegte Schmutzwasserkanal sei ebenfalls notwendig, um später einen reibungslosen Ablauf des Abwassers im Bereich der weiter hinten liegenden Bauplätze, die zunächst nicht erschlossen werden, zu gewährleisten. Anlass zur Diskussion gab allerdings das zur Auflage gemachte Regenrückhaltebecken. Der Gemeinderat entschloss sich zur Erschließung von Bauabschnitt 1 und 2. Als nächstes wurden die Pläne zur Sanierung des bestehenden Mischwasserkanals im Bereich Brühl bis zur Neuen Turn- und Festhalle besprochen. Broß zeigte hierzu Bilder aus dem Kanalnetz und führte die Stellen aus, an denen es zu Problemen in der Sanierung kommt, so zum Beispiel im Bereich des Gemeindehauses. Im Bereich alte Halle und Zimmererschopf könne man hingegen relativ problemlos verfahren.
Der Gemeinderat vergab die Ausschreibung mit einer errechneten Summe von rund 67 000 Euro. Ebenfalls wurde die Ausschreibung der neuen Wasserleitung im Bereich Neue Halle bis zum Wolfholz beschlossen. Hier werden rund 47 000 Euro veranschlagt. Hinzu kommt noch ein Regenwasserkanal im Bereich Halle und Schule mit rund 8000 Euro. Zuletzt wurde die Dachsanierung des HBH Hürsten und des Pumpwerks im Lugen mit einer Summe von 20 240 Euro an die Firma Natterer und Schellinger aus Meßkirch vergeben. Am 11. März werde mit der Sanierung begonnen, teilte Andreas Broß mit.
Salem (as) Keine Schlaglöcher mehr und keine Pfützen mehr: Die Bildgartenstraße in Beuren hat jetzt ein gepflegtes Erscheinungsbild verpasst bekommen und die Anwohner schleppen bei schlechtem Wetter keinen Dreck mehr in ihre Wohnung. Die kleine Wohnstraße im Bereich Eggenried wurde ausgebaut. „Es war höchste Zeit dafür“, sagte Bürgermeister Manfred Härle bei der offiziellen Übergabe gestern Vormittag.
Die Bildgartenstraße wurde auf ihrer gesamten Länge von 207 Metern „endgültig hergestellt“, wie es im Amtsdeutsch heißt, wenn eine Straße mit allem versehen wird, was zu einer Straße gehört. Neben einem Teerbelag erhielt die Straße nun eine Straßenentwässerung, eine Randeinfassung und eine durchgängige Straßenbeleuchtung. Außerdem wurde ein Regenwasserkanal mit Anschlussmöglichkeiten für alle anliegenden Grundstücke gebaut, auch für die unbebaute Fläche auf der Nordseite. Dazu wurde ein Retentionsbecken für den Regenwasserkanal mit einem Überlauf in den Hangenbach gebaut. An der Einmündung zum Finkenweg wurde ein Überflurhydrant gesetzt. Durch die Verlegung von Leerrohren wurde die Straße auch für den Anschluss an ein Breitbandkabel als Voraussetzung für den Zugang zum schnellen Internet gerüstet.
Bislang war die Bildgartenstraße nur mit einem Schotterbelag versehen. Es sei seit Jahren ein Anliegen von Ortsreferentin Luzia Koester gewesen, die Schlaglochpiste endgültig auszubauen, erklärte Bürgermeister Manfred Härle und fügte hinzu: „Auch die Anwohner sind froh, dass die Straße nun einen ordentlichen Belag hat.“
Der Ausbau heißt für sie aber auch, dass von ihnen nun Erschließungsbeiträge erhoben werden, von denen sie bisher verschont geblieben sind. So ist das von Gesetztes wegen, wenn eine Straße „endgültig hergestellt“ ist. Die Endabrechnung liegt zwar noch nicht vor, nach Aussage des Ingenieurbüros Reckmann werden die Vergabesummen aber nicht überstiegen. Danach dürften sich Gesamtkosten auf rund 147 000 Euro belaufen. Davon haben die Anlieger 95 Prozent zu tragen, fünf Prozent die Gemeinde.
Ludwigshafen – Der Mühlbach, der bei Airach entspringt und von da den Weg zum Bodensee nimmt, fließt weitgehend unbemerkt und größtenteils verrohrt unterirdisch durch Ludwigshafen. Ans Licht tritt er unterhalb des Seehotels „Adler“ und ergießt sich zwischen maroden Mauern in den See. Unbemerkt bleibt der Bach mit seinem Wasser-Einzugsgebiet von 380 Hektar, solange es nicht beständig stark regnet.
Im Zuge der Kamera-Befahrung der Abwasserleitungen wurde der verdolte Bereich des Mühlbachs von der Wiesenstraße bis zum Auslauf in den Bodensee befahren. Hierbei ergaben sich Schäden erheblichen Ausmaßes, die einen längeren Aufschub von Sanierungsarbeiten nicht dulden. Bürgermeister Matthias Weckbach hatte angesichts der Dringlichkeit eine Sondersitzung einberufen, in der Diplomingenieur Oliver Reckmann aus Owingen vom gleichnamigen Ingenieurbüro die Ratsmitglieder ausführlich informierte. Er tat dies anhand von Videoaufzeichnungen und Zahlenmaterial über die Gesamtsituation beim Mühlbach, dessen Wasser infolge des hohen Gefälles mit großer Wucht die Gemarkung Ludwigshafen erreicht.
Reckmann, dessen Büro sich schon Jahre zuvor mit dem Mühlbach beschäftigt hatte, zeigte dem Gemeinderat auf, welche Folgen ein Starkregen hätte, wie er beispielsweise am 17. Juni 2006 in Stockach zu verzeichnen war. Im Zentrum von Ludwigshafen würden die Keller voll laufen. Beim so genannten „100-jährigen Regen“ stünde das Wasser in den Straßen bis zu eineinhalb Meter hoch. Wurden diese Argumente vor einigen Jahren bei der ersten Vorstellung im Gemeinderat noch als Theorie abgetan, zeigten sich jetzt die Kritiker von damals durch eigenes Erleben in Stockach und im Killertal bei Hechingen überzeugt von der gefährlichen Situation, die sich für Ludwigshafen ergeben könnte.
Katastrophe muss verhindert werden
Wie Reckmann in der Sitzung ausführte, soll eine mögliche Katastrophe durch ein System von Rückhaltemulden im Mühlbachtal zwischen dem Sportplatz „Im Gröblen“ und dem Großenstein (beim oberen Parkplatz am Holder) vermieden werden. Das so zurückgehaltene Wasser soll mit einer entsprechend neuen Verrohrung zügig abgeleitet werden. Dazu ist auch eine neue Trasse notwendig. Die Kosten werden je nach Variante und Hochwasser nach ersten Berechnungen in der Größenordnung zwischen drei und vier Millionen liegen.
Zusätzliche Bedeutung gewinnt dieses Thema dadurch, dass auch die Ausweisung neuer Baugebiete in Ludwigshafen im Bereich Bergstraße davon abhängt, ob das Regenwasser von dort durch den Mühlbach in den See abgeleitet werden kann. Bürgermeister Matthias Weckbach schloss nicht aus, dass sich bei Verschiebung der Mühlbach-Sanierung die Ausweisung neuer Baugebiete in Ludwigshafen um Jahre hinaus verzögern würde.
Angesichts der rasant wachsenden Zuzüge in die Gemeinde, wie sie in keiner anderen Gemeinde im Verwaltungsraum Stockach zu verzeichnen sind, sei die Schaffung von Bauland ein Gebot der Stunde. So sahen es auch die Ratsmitglieder. Das Ingenieurbüro Reckmann wurde mit der weiteren Planung der Sanierungsmaßnahmen beim Mühlbach beauftragt.
Heiligenberg (hoy) Die Kläranlage Hattenweiler soll stillgelegt und zu einem Pumpwerk umgebaut werden. Das Abwasser soll über eine Pump- und Druckleitung der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes „Obere Salemer Aach“ in Frickingen zugeführt werden. Das hatte der Gemeinderat im Oktober entschieden (der SÜDKURIER berichtete).
In der aktuellen Gemeinderatsitzung ging es nun um die Leitungsführung. Neben der Möglichkeit, die Trassenführung von der Kläranlage Hattenweiler über Heiligenholz nach Altheim vorzunehmen, sei bei einem Koordinierungstermin noch die Idee zur Trassenführung über Moos nach Heiligenberg aufgekommen (Variante fünf), sagte Bürgermeister Frank Amann. Eike Reckmann und Michael Nothnagel vom Ingenieurbüro Reckmann hatten Pläne von möglichen Trassenverläufen erstellt und die voraussichtlichen Kosten errechnet. Die Varianten eins bis drei betrafen den Erhalt der Kläranlage und waren bereits verworfen worden. Variante vier sah eine Druckleitung bis zum Ortsanfang von Altheim (Obere Mühle) vor und wurde wegen Geruchsbelästigung ebenfalls verworfen.
Die Räte entschieden sich einstimmig für die Variante 4a, bei der das Abwasser durch Altheim durchfließen soll und erst in der Nähe des Tüftlermuseums in den Kanal fließt. Wie Nothnagel erklärte, wird das „Spülbohrverfahren“ angewandt, um das Aufreißen der Straße zu vermeiden. Es würden nur alle 200 Meter Kopflöcher gepresst. Als Vorteil für Frickingen nannte Reckmann die Aufnahme von vier vorhandenen Druckleitungen von Rickertsweiler, Heimatsweiler, Golpertsweiler und Gaiswinkel.
Damit werde es dann auch keine Geruchsprobleme mehr geben. Außerdem ist eine geringere Förderhöhe als bei Variante fünf nötig, es ist nur ein Pumpwerk erforderlich, die spätere Übernahme durch den Abwasserzweckverband ist ab Rickertsweiler möglich sowie eine kostengünstigere Mitverlegung von DSL als von Hattenweiler aus gegeben.
Die Gesamtkosten bezifferte Reckmann mit 955 000 Euro für Variante 4a. Die Variante fünf sollte 1,025 Millionen Euro kosten und hätte über Moos, den Segelflugplatz und den Friedwald zur evangelischen Kirche geführt. Die Stromkosten in zehn Jahren hätten hier mit 140 000 Euro doppelt so hoch gelegen wie bei Variante 4a mit 70 000 Euro, berechnet auf zehn Jahre. Die erforderlichen sechs Pumpen, zwei davon Reservepumpen, waren es hauptsächlich, welche die Räte von Variante fünf Abstand nehmen ließen. Denn mit störanfälligen Pumpen hat man in der Gemeinde immer wieder Ärger. „So wenig Technik wie möglich, dann sind wir auf der sicheren Seite“, sagte Gemeinderat Heinrich Stengele. Zwei nacheinander arbeitende Pumpen hätten bei Variante fünf eine Höhe von 100 Metern überwinden müssen – am technischen Limit, wie Reckmann erklärte. Bei Variante 4a braucht man nur zwei Pumpen, davon ist eine für die Reserve.
Gemeinderat Jutta Herrenknecht fasste am Ende die Meinung der Räte zusammen: „Langfristig kommen wir besser weg über Altheim.“ Die Verwaltung wurde nun beauftragt, in Verhandlungen mit der Gemeinde Frickingen zu treten und die Planung mit den Fachbehörden abzustimmen.
Gailingen (of). Im Rahmen einer kleinen Feier konnte am Mittwoch Abend der erste Spatenstich für den neuen Bauhof der Gemeinde beim Sportplatz vollzogen werden. Unter 800.000 Euro so der neue Betriebsstandort kosten, so Bürgermeister Heinz Brennenstuhl und der Planer Reinhold Zahn in ihren Ansprachen. Für Brennenstuhl ist der nun vollzogene Startschuss ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Gemeinde. Reinhold Zahn ging auf die lange Vorgeschichte ein. Sie fing vor vier Jahren an mit dem Angebot, eine gebrauchte Industriehalle zu übernehmen. Bis alle Wünsche daran im Plan umgesetzt waren, lagen die Kosten auch schon bei 600.000 Euro. „Dann war klar, dass wir lieber selbst bauen um auch die eigenen Bedürfnisse umzusetzen“, so Zahn, der um die Bauleitung an Markus Keller aus Blumberg übergeben hat.
Der Zeitplan ist ehrgeizig: Bis zum Oktober soll der Neubau bezugsfestig sein. Ein Risikofaktor bei den Kosten ist noch der Untergrund. Wenn der Boden besser trägt und Wasser durchläst wie befürchtet, wird noch einiges an bereits kalkulierten Kosten eingespart. Olaf Reckmann (Tiefbau) und Jürgen Gabele (Haller Industriehallen) bedankten sich in kurzen Grußworten für die Aufträge bevor zur es zur Tag ging.
Ein DSL-Netz für Hohenfels [1]
Hohenfels – Große Teile der Gemeinde Hohenfels im Allgemeinen und des Teilorts Liggersdorf im Besonderen gleichen in diesen Tagen einer einzigen großen Tiefbaustelle. An mehreren Stellen wird gebuddelt, Rohre in verschiedenen Größen werden verlegt, Kabel eingezogen.
Auslöser dieser Erdarbeiten sind der Anschluss ans Wassernetz der Bodensee-Wasserversorgung (BWV), die Fernwärmeversorgung von Teilen von Liggersdorf sowie Vorarbeiten für eine schnellere Internetverbindung.
Um das Letztere ging es auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, zu deren Beginn Bürgermeister Hans Veit erneut davon berichtete, dass bei einem Bauplatzverkauf durch die Gemeinde eine der ersten Fragen den Internetverbindungen gilt. Inzwischen sei das Vorhandensein schneller DSL-Verbindungen Voraussetzung für Interessenten, die sich mit ihrem Betrieb in Hohenfels niederlassen oder hier bauen wollen.
Und da hapert es zurzeit noch mächtig in Hohenfels. Derzeit erreiche man das Internet häufig nur mit einer Geschwindigkeit von einem Megabit/Sekunde oder sogar weniger. Dies sei entschieden zu gering, und so verwundere es auch nicht, dass Hohenfels auf der Internet-Landkarte einer der gefürchteten „weißen Flecken” sei.
Um Besserung bemühte man sich in Hohenfels schon mehrfach, handelte sich bis jetzt jedoch nur Absagen ein. So kam die Telekom mit einem völlig unrealistischen Angebot (wir berichteten). Um wenigstens rasch handeln zu können, wenn es denn doch zu einem Abschluss mit einem Provider kommen sollte, begann die Gemeinde mit der systematischen Verlegung von Leerrohren, in die später dann die Glasfaserkabel eingezogen werden können. Mit diesen könnte man bis zu 100 Megabits/Sekunde erreichen.
Sehr zunutze kamen diesem Vorhaben dabei die Tiefbauarbeiten in der Gemeinde. So konnten schon zwei Drittel der Gemeinde mit Leerrohren versorgt werden, in die nun noch die Glasfaserkabel kommen. Zum letzten Drittel gehört noch die Verbindung zwischen Kalkofen und dem Gewerbegebiet Egelsee. Insgesamt ergibt das ein Netz mit einer Länge von 16 km.
Doch das Hauptproblem bleibt: Es fehlt an einer schnellen Internetverbindung. Das soll sich nun ändern, und das stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Probleme sind im südlichen Teil des Nachbarlandkreises Sigmaringen ähnlich, berichtete Bürgermeister Veit den Gemeinderäten. So kam Anfang des Jahres ein Kontakt zu diesen Gemeinden zustande mit dem Ziel, sich zusammenzuschließen. Denn: Je mehr Anschlüsse, umso attraktiver wird man für den Versorger. Darüber hinaus kommt man an bis zu 70-prozentige Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg aus dem Programm „Breitband-Infrastruktur Ländlicher Raum” heran.
Die Gespräche mit den Orten im Kreis Sigmaringen sind so weit fortgeschritten, teilte Veit den Gemeinderäten mit, dass am morgigen Mittwoch in Sigmaringen eine „BLS-Breitbandversorgungsgesellschaft” mit Sitz in Sigmaringen aus der Taufe gehoben werden soll, für die man die Rechtsform einer GmbH & Co KG wählte. Ihr soll neben Sigmaringen, Inzigkofen, Leibertingen, Meßkirch, Sauldorf, Wald, Illmensee und Ostrach auch die Gemeinde Hohenfels aus dem Kreis Konstanz angehören. Hierzu gaben die Hohenfelser Gemeinderäte einstimmig grünes Licht. Die neue Gesellschaft wird 47.000 Einwohner in Haushalten vertreten. Das angestrebte Verbundnetz hat eine Ausdehnung von 170 Kilometern.
Nun wird vom Tiefbrunnen Brühl in Liggersdorf aus entlang der Fernwasserleitung des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung bis zum sechs Kilometer entfernten Ort Rast ein Leerrohr verlegt, in das die Glasfaserkabel gleich eingezogen werden. In Rast wäre dann der Anschluss an das Netz der Gemeinden im Kreis Sigmaringen.
Mit dem verknüpften Netz werde auch Hohenfels für die DSL-Anbieter attraktiver, betonte Veit, der dabei auch erwähnte, dass man mit Stockach im Gespräch sei, ob sich diese Stadt nicht auch noch beteiligen wolle. In Hohenfels würden alle fünf Ortsteile von diesem Verbund profitieren.
Anfang nächsten Jahres soll über eine europaweite Ausschreibung ein Netzbetreiber gesucht werden. Bürgermeister Veit sprach die Hoffnung aus, dass man noch im nächsten Jahr über ein qualifiziertes DSL-Netz verfügen werde. Das wäre dann eine „deutlich verbesserte Infrastruktur!”
Tengen-Watterdingen – Darauf haben die Bürger in Watterdingen jahrelang gewartet: Der Tengener Ortsteil erhält mit der Verlegung einer neuen Leitung einen schnellen Zugang ins Internet. Von einem Meilenstein für Watterdingen sprach Ortsvorsteher Stefan Armbruster, als eine denkwürdige Stunde bezeichnete Bürgermeister Helmut Groß den symbolischen Spatenstich. Die Arbeiten für die DSL-Leitung von Blumenfeld nach Watterdingen haben schon begonnen.
Drei Jahre hat es gedauert, bis diese Breitbandkabel-Versorgung in Angriff genommen werden konnte. Der Telekom als Betreiber war die Investition zu hoch, die Stadt Tengen entschied sich, selbst eine Leitung zu legen und im Wettbewerb einen Anbieter zu suchen. Als Modellprojekt genehmigt, bewilligte das Land einen Zuschuss von 195.000 Euro. Die Stadt Tengen übernimmt 100.000 Euro.
Die Zusage des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg kam im April mit der Auflage, am 14. Juni mit den Arbeiten zu beginnen. Harald Heinze von der Firma tkt teleconsult erarbeitete das Konzept und musste zügig planen. Die 4,2 Kilometer lange Leitung wird an das Blumenfelder Netz angeschlossen und führt durch Felder, Wiesen und zum Teil öffentliche Flurstücke nach Watterdingen. Über einen Verstärker an der Verteilerstelle am Rathaus werden die Haushalte versorgt.
Mit den Tiefbauarbeiten hat die Firma Braun aus Honstetten schon begonnen, das Ingenieurbüro Reckmann wird die Leitungen mit eingezogenen Glasfaserkabeln verlegen. Das geschieht innerhalb des Ortes im Spülbohrverfahren, was wenig Belastung durch Dreck oder Behinderungen für die Bürger bedeuten würde, erklärte Eike Reckmann.
Mit der neu gelegten Leitung hofft die Verwaltung nun, bessere Karten bei der Suche nach Anbietern zu haben. Die können von der Station in Blumenfeld über den Behördenfunkmast in die Leitung nach Watterdingen einspeisen. Nach Anweisung des RP muss die DSL-Leitung bis Dezember in Betrieb genommen werden. Für die Bürger bedeutet das neue Netz dann eine Verbesserung der Internet-Übertragungsrate von bisher weniger als einem Megabit auf bis zu 16 Megabit.